Mythos Pferdemädchen

Da bin ich wieder. Nach zwei Wochen Urlaub – zwar nicht wirklich erholt und auch nicht glücklich – aber wieder etwas mehr mit beiden Beinen im Leben zurück. Die letzten zwei Wochen vergingen wie im Flug und ich habe mir bewusst Auszeit vom Bloggen genommen, um etwas Abstand zu bekommen und offen für neue Ideen zu sein.

Heute habe ich ein Thema für euch, das mich schon lange in den Fingern juckt. Pferde verändern dein Leben auf eine etwas komische, aber schöne Art. Du schnalzt im Geschäft Leute an, wenn sie dir im Weg stehen, oder hast im Sommer braune Arme und weiße Beine? Dann ist das hier genau der richtige Artikel für dich. Immer wieder ließt man auf den verschiedensten Social Media Kanälen über „Fakten über das Zusammenleben mit einer Pferdefrau“ oder „Dinge die Man(n) über die Pferdefrau wissen muss“ und oft kommen wir Pferdemädchen nicht wirklich gut davon in diesen Artikeln. Aber was steckt wirklich dahinter und wie viel davon ist wahr? Als Pferdemädchen werde ich euch mal verraten, was ihr davon glauben könnt und was vielleicht einfach nur übertrieben ist.

 

#1 Das Pferd steht immer an erster Stelle und wird mehr geliebt als der Partner.

Natürlich bedeuten uns unsere Pferde sehr viel, aber ist es nicht krank oder verletzt, steht es nicht immer an erster Stelle. Wir können auch mal ungestört Zeit mit unseren Freunden oder Partner verbringen, ohne ständig das Pferd im Kopf zu haben und davon zu sprechen. Auch Pferdemädchen brauchen mal etwas Abstand vom Pferd, denn es ersetzt keinen Partner. Aber macht nie den Fehler ein Pferdemädchen vor die Wahl zu stellen, denn da kann es schon mal passieren, dass man(n) den kürzeren zieht.

 

#2 Das Auto sieht aus und riecht wie eine Sattelkammer.

Also im Auto eines Pferdemädchen findet man zu 100 % immer etwas, was eigentlich in den Stall oder die Sattelkammer gehört. Aber ganz so schlimm ist es dann in der Realität nicht. In meinem Auto fährt zwar immer mindestens eine gewaschene oder ungewaschene Schabracke mit und auch meine Reitschuhe sind immer dabei, aber das alles bleibt auch im Kofferraum – dort ist Pferdezone. Der Rest des Autos ist eigentlich ganz ordentlich und fährt man mit mir mit, ist man danach nicht voll mit Pferdehaaren, Heu oder riecht nach Stall.

 

#3 Pferdemädchen sprechen eine eigene Sprache.

Eigentlich sprechen wir eine sehr einfache Sprache, denn Pferdemädchen sind meist unkompliziert. Schwierig kann es nur werden, wenn zwei Pferdemenschen aufeinandertreffen und mit Fachbegriffen um sich werfen. Von Kammergröße, Kruppe, Flanke, Kardätschen zu Wurzelbürsten und weil reiten nicht nur reiten ist, sondern Dressur- und Springreiten, Western, Vielseitigkeit, Fahren und Voltigieren, wird es dann schon ziemlich kompliziert. Aber es ist nicht schlimm, wenn ihr denkt, dass Schimmel etwas Ekliges ist, was man unbedingt vermeiden soll oder, dass es bei vorwärts reiten nur um die Richtung geht. Es ist tatsächlich besser, wenn man wenig bis keine Ahnung von Pferden hat, so kann man schlimme Auseinandersetzungen bezüglich mancher Themen vermeiden.

 

#4 Pferdemädchen sind grob.

Wir sind mit Sicherheit keine Heulsusen, denn Pferdemädchen sind mutig und nicht wehleidig. Nicht nur einmal ist uns das geliebte 600 kg Pferd schon auf die Füße getreten – Zähne zusammenbeißen und weiter! Wir können anpacken, improvisieren und verfügen über rudimentäre handwerkliche Fähigkeiten, aber grob sind wir nicht. Wir arbeiten mit großen Tieren, die so feinfühlig sind, dass sie sogar das Gewicht einer Fliege auf ihrem Fell spüren. Außerdem gibt es für Pferdemädchen kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Wir haben keine Angst davor, uns schmutzig zu machen. Deshalb hier ein Tipp für alle Abenteurer, Ourdoor-Fans und Naturburschen – das macht ein Pferdemädchen zu einer perfekten Partnerin.

 

#5 Eine Schabracke ist nicht genug.

Schwieriger wird es aber beim Thema Geld. Denn für das geliebte Pferd ist uns nichts zu teuer. Da überlegt Frau dann schon wirklich, ob sie sich diesen Monat keine neuen Schuhe leistet, aber dafür ein neues Halfter anschafft oder den Physiotherapeuten für das Pferd kommen lässt. Will man(n) Streit vermeiden, am besten niemals nachfragen, ob der gute Gaul nicht schon genug Schabracken oder Gamaschen besitzt.

 

Allem in allem sind wir Pferdemädchen ganz lässige Typen und nicht so schlimm, wie in vielen dieser Artikeln beschrieben. Wir haben ein gesundes Selbstbewusstsein, ansonsten würden wir nicht mit dreckigen Klamotten, schmutzigen Schuhen und Heu in den Haaren einkaufen gehen. Mit einem Pferdemädchen kann man wortwörtlich Pferde stehlen und wir haben das Herz am richtigen Fleck.

Zum Abschluss noch ein kleiner Tipp: Wie du ein Pferdemädchen entlarvst? Fang ein Gespräch mit ihr an, egal, worüber du redest, wenn sie es nicht irgendwie schafft, ihr Pferd in den ersten zehn Minuten irgendwo in dem Satz unterzubringen, hat sie auch keins.

 

 

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Ein Kommentar zu „Mythos Pferdemädchen

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