Der Handel mit Federvieh

In Mörbisch am See ist der Handel mit Vögeln gerade sehr aktuell. Denn welcher Klassiker wäre besser geeignet für das 60-jährige Jubiläum der Seefestspiele Mörbisch, als Carl Zellers Operette „Der Vogelhändler“. Nach fast 20-jähriger Abwesenheit kehren mit Adam und der Christl von der Post zwei der bekanntesten Operettenfiguren auf die Seefestbühne zurück.

Nicht nur das Stück wurde von Noch-Intendantin Dagmar Schellenberger erfolgreich ausgewählt, zum Jubiläum ließ sie sich für das Publikum etwas Besonderes einfallen. Allabendlich lädt sie bekannte Persönlichkeiten ein, die eine Geschichte mit der Bühne der Seefestspiele in Mörbisch verbindet. Bei meinem Besuch folgten Iva Mihanovic und Wolfgang Bankl der Einladung, beide spielten 2011 im „Zigeunerbaron“ als Vater und Tochter. Wolfgang Bankl erinnerte sich an einen Moment aus seiner Anfangszeit bei den Seefestspielen in Mörbisch in dem Ex-Intendant Harald Serafin im zu erklären versuchte: Etwas Ernst zunehmen, das überhaupt nicht ernst gemeint ist. Für ganz große Fans standen die Stars der vergangenen Jahre in der verkürzten Pause für Autogramme und Gespräche zur Verfügung.

Verwechslung, Intrigen und was fürs Herz – im Vogelhändler sind, neben der imposanten Kulisse am Neusiedler See, alle Zutaten für ein gelungenes Ehrenfest vereint. Bei Liedern wie „Grüß enk Gott, alle miteinander“, „Ich bin die Christel von der Post“ und „Schenkt man sich Rosen in Tirol“ hatte das Publikum allen Grund mitzusingen und konnte über manch eingebauten ortsbezogenen Schmäh lachen. Bei der ideenreichen Gestaltung der Bühne wie etwa durch eine überdimensionale Kuckucksuhr und pompös verspielten Kostümen gab es viel zu schauen und mit zünftigen Tiroler Trachtenpaaren und einiger wirkungsvollen und erfrischenden Balletteinlagen wurde das Publikum bei guter Laune gehalten. Diese viel jedoch zum Schluss ein wenig ab und das Stück zog sich ein kleines Bisschen in die Länge.

Schlussendlich finden und lieben Christel und Adam einander natürlich wieder auf der Seebühne in Mörbisch und das 60-jährige Jubiläum wurde mit einem prächtigen und lauten Feuerwerk, begleitet von den dazu passenden Wasserspielen, gefeiert. Mit etwas Glück viel die Vorstellung auch nicht ins Wasser. Am Heimweg mit der Fähre warf ich einen Blick auf die Seefestbühne zurück und es zog sich bereits ein Gewitter über Mörbisch zusammen. Doch wie heißt es so schön: Wenn Engel reisen … ;)

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s