Planlos! und das ist ok…

„Wo sehen Sie sich in fünf Jahren?“ Ich bin mir sicher, diese Frage wurde euch allen schon einmal gestellt, ob von Freunden, Familie oder beim Bewerbungsgespräch. Nun mal wirklich, was soll man auf diese Frage antworten? Natürlich hier in Ihrem Betrieb als erfolgreicher und engagierter Mitarbeiter? Ehrlich gesagt bin ich der Meinung, es gibt kaum eine sinnlosere Frage.

Erzeugt es nicht einfach nur viel zu viel Druck, wenn wir einen detaillierten Plan ausarbeiten um in fünf Jahren dort hinzukommen, wo wir jetzt denken, dass wir dort sein wollen? Hält dieser Plan unsere Erwartungen nicht klein und begrenzt und schränkt uns in unserem Tun und Handeln ein? Und letztendlich führt dieser Plan nicht nur zu Schuld und Verwirrung, wenn das Leben nicht genau nach diesem Plan eintritt?

Ich habe einige Freundinnen, die ihr Leben streng geplant hatten – Mitte zwanzig wird geheiratet und anschließend folgen schon Eigenheim und das erste Kind bis dreißig. Das ist ein wunderbares Ziel und einige von ihnen haben auch ihre Pläne ohne Rücksicht auf Verluste verwirklicht. Das Problem ist nur, dass diese Ziele nicht berücksichtigen, wie viel Veränderung und Wachstum sie in diesem Zeitraum erfahren haben. Einige von ihnen konnten ihren Plänen nicht nachkommen und wurden vom Leben bitter enttäuscht. Es bedeutet aber nicht zwangsweise, dass sie versagt haben. Es zeigt lediglich, dass sie Erfahrungen gesammelt und sich dabei verändert haben. Die Dinge verändern sich – du veränderst dich!

Nun behaupte ich nicht, dass man sich keine Ziele im Leben setzten soll, um völlig orientierungslos durchs Leben zu stolpern. Auch ich habe Ziele, die ich verfolge und hoffentlich früher oder später auch erreichen werde. Doch die letzten Monate haben mich gelehrt, dass es besser ist, nicht zu wissen, wo man sich in fünf Jahren sieht. Planen – ja! Fünf Jahre im Voraus – nein! Schritt für Schritt kleine Ziele zu haben, um dann auch nicht von den falschen Plänen eingeengt zu werden, scheint mir sinnvoller, als einen Fünf-Jahresplan aufzustellen und auf Biegen und Brechen, diesen Plan gerecht zu werden und dabei andere Ziele zu übersehen, die viel mehr Sinn für mich ergeben, als jene, die ich vor fünf Jahren vor Augen hatte.

Aber vor allem setze ich mir zum Ziel eine stärkere und selbstbewusstere Frau zu sein und möchte noch mehr die schönen Seiten des Lebens wahrnehmen. Auf meine Instinkte und mein Bauchgefühl zu vertrauen, weil ich jetzt erst gelernt habe, wie wichtig das ist und wie weit mich das bringen kann. Festzuhalten an dem, was mir auch wirklich gut tut und mich von dem zu lösen, was mich runterzieht.

Wisst ihr, wo ihr in fünf Jahren steht?

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