SERIE: Gebrauchsanweisung für das Burgenland – die dunkle Seele

Im dritten Teil der Serie „Gebrauchsanweisung für das Burgenland“ ging es um die unternehmungslustige Seele. Die vierte Seele, welche in der Burgenländerin und dem Burgenländer wohnt, ist laut den Autoren die dunkle Seele. Einige werden sich nun erstaunt fragen, wohnt da etwa in jeder Burgenländerin der Teufel oder in jedem Burgenländer ein Dämon? Keine Angst, die Burgenländer sind nicht vom Exorzismus befallen und es müssen nun keine Teufelsaustreibungen stattfinden. Die Geschichte um die dunkle Seele des burgenländischen Volks wird aus der bitteren Vergangenheit gezogen. Die tragischen Geschehnisse im 2. Weltkrieg in Rechnitz zählen zu einem der finstersten Kapitel in der Geschichte des Burgenlandes und ich werde nun auch nicht näher auf die Ereignisse in der Nacht vom 24. auf den 25. März 1945 eingehen. Alle die mehr darüber erfahren möchten, können das Geschehene hier nachlesen.

Leider traurig aber wahr, in diesem Kapitel kommt das burgenländische Volk nicht gut weg. Die Autoren ziehen Vergleiche zwischen dem Burgenland und den nicht wenigen treuen Kärntner Fans von Jörg Haider. Unter anderem fallen zu Anfang schon mal Wörter wie aufRECHTE Burgenländer, Fremdenfeindlichkeit oder Xenophobie. Es ist schon ins richtige Licht gerückt, wenn man sagt die Burgenländer kommen mit Kritik von Außen nur schwer zurecht. So etwas regt die österreichische Seele auf, was schon eine reflexartige Reaktion auslöst. Vor allem bei Piefkes, da wird der Patriot im Burgenländer geweckt. Und das sehr geläufige Gesellschaftsspiel an Burgenlands Stammtischen – das Antreiben von Verschwörungstheorien – schürt die Angst im 21. Jahrhundert vor der abstrakten Bedrohung, für die der Österreicher im Allgemeinen sehr anfällig ist.

Doch kommt dann auch zum Vorschein, dass sich das Burgenland von Kärnten doch unterscheidet. Zum einen ist da noch die Geschichte mit den zweisprachigen Ortstafeln, welcher der Burgenländer mit Gelassenheit nimmt und gegen das Tür an Tür lebende Volk im Osten wird meist in von Wein getränkten Nächten verbal gekämpft. Einige schwarze Schafe bleiben jedoch immer zurück und solange unsere Staatskunst mit Angstparolen um sich wirft und den Unzufriedenen und zu kurz Gekommenen ein Feindbild geliefert wird, tritt von vielen keine Scheu auf, es nicht anzunehmen, zu hegen und zu pflegen. Eines ist klar, das Burgenland hat hier noch einiges an Aufarbeitung zu leisten. Jedes Land erzählt seine eigene Geschichte und es liegt alleine an den Menschen wie diese Geschichte weiter geschrieben wird.

 

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s