Warum uns Angst noch stärker macht…

Mein Leben läuft meist ganz gut, so im „Sicher-ist-Sicher“ Modus. Manchmal stelle ich mir aber selbst die Frage, war es das nun oder kann ich noch weitergehen? Bin ich schon am Ende meiner Ziele oder geht da noch etwas? In letzter Zeit schleicht sich diese Frage immer öfters in meine Gedanken ein, vielleicht hat es auch damit zu tun, dass sich nun in Kürze – wirklich kurz – mein Geburtstag zum dreißigsten Mal jährt. Eigentlich das ganze Leben noch vor mir und doch ein Punkt im Leben, an dem ich schon vieles erreicht haben wollte. Kinder, Heiraten, Haus – das waren Ziele, auf die ich mit jungen Jahren in meine Zukunft geblickt hatte. Ziele, die mir damals richtig vorkamen, aber heute nicht mehr das wichtigste für mich sind.

Heiraten und Kinder? – Beides zählt nicht mehr zu den Muss-Zielen in meinem Leben. Natürlich möchte ich zu einem späteren Zeitpunkt gerne einen Sohn oder eine Tochter, doch nur unter den Umständen, dass auch das richtige Gefühl da ist.

Haus? – Ich mag meine Wohnung echt gerne und eigentlich bin ich dort, nachdem ich nun einiges verändert habe und noch werde, ganz glücklich. Ich hab zwar keinen Garten, aber die Natur um mich ist so riesig, dort gibt es Garten für mich, so weit das Auge reicht.

Was ich von Plänen und Zielen über lange Sicht halte, darüber hab ich schon im vergangenen Blogpost „Planlos! Und das ist ok…“ berichtet. Doch was sind nun meine Ziele mit fast 30? Die Antwort ist einfach und hätte ich mir vor 10 Jahren nie vorstellen können: Glücklich sein und mein Leben mit dem zu füllen, was mir Spaß macht und mir gut tut. Der ein oder andere wird sich nun denken: „Wie naiv ist das? Das Leben ist doch kein Ponyhof.“ Natürlich ist mir bewusst, dass es im Leben Höhen und Tiefen gibt, denn aus so einem Tief versuche ich gerade selbst wieder hochzusteigen. Doch wenn es diese Höhenflüge und Tiefpunkte im Leben schon geben muss, dann möchte ich in dem was mir Spaß macht hochfliegen und mit den Menschen, die mir gut tun und die zu mir stehen, tief fallen.

Ich habe nur dieses eine Leben und ich möchte nicht nur existieren. Ich möchte leben und mich immer mal wieder außerhalb meiner Wohlfühlzone aufhalten. Doch wie schalte ich meinen Sicherheitsmodus aus und entkomme meinen eingeschlichenen Gewohnheiten? Jeder von euch kennt den Spruch: „Mut kann man nicht kaufen!“

Geh kurz mal in dich und frage dich: „Wie weit wird mein Leben von Angst bestimmt?“ Mut ist für mich kein angstfreier Zustand. Wenn ich auf einem Pferd wild über eine Wiese galoppiere oder mit einem Motorrad 200 km/h über die Straße fege, weil es mir Spaß macht, hat das meiner Meinung nichts mit Mut zu tun. Mutig bin ich, wenn ich trotz meiner Höhenangst, auf einen Turm hochsteige. Mutig bin ich, wenn ich trotz Konsequenzen, für etwas einstehe, das mir wichtig ist. Mutig bin ich, wenn ich einen neuen Lebensweg wage, obwohl ich nicht weiß, wo er mich hinführen wird. Mutig bin ich, wenn ich mich meiner Angst stelle und den Überzeugungen im Kopf: „Das traue ich mich nicht. So was kann ich nicht. Das ist aber nicht so einfach. Dafür bin ich zu schwach, zu unerfahren, zu was weiß ich was…“ trotze.

 

Mut

 

Für mich ist Mut ohne Angst nicht möglich. Nur wer Angst kennt, kann auch Mut entwickeln. Die Kunst ist, trotz aller Erfahrungen und im Bewusstsein der Risiken weiterhin mutig zu sein. Sonst beginnt in uns etwas zu wachsen, das früher als Schwermut oder Melancholie bezeichnet wurde und heute Depression genannt wird. Das Leben erhöht den Druck immer mehr und irgendwann wird es eine Entscheidung fällen, auf die man keinen Einfluss mehr hat. Dann wird das eigene Leben nicht mehr von einem Selbst, sondern von äußeren Einflüssen gesteuert. Man fühlt sich in seinem eigenen Leben machtlos und führt kein selbstbestimmtes Leben mehr. Mut ist die Kraft, das zu tun, wovor ich Angst habe und ohne zu wissen, ob mein Handeln wirklich zum Erfolg führt. Mut ist die Fähigkeit, einen Schritt zu gehen, obwohl ich in dem Moment daran zweifle.

Was bedeutet Mut für dich und wie mutig bist du?

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3 Kommentare zu „Warum uns Angst noch stärker macht…

  1. Ein wirklich toller Beitrag. Ich habe unlängst einen ähnlichen verfasst, weil ich mich ebenfalls vor meinem 30er befinde und mir dieselben Fragen gestellt habe wie du :) und ich finde deine Aussage, dass es Mut ohne Angst nicht gibt, ganz richtig. Manchmal ist es wichtig seine Ängste zu überwinden, um im Leben nicht stehen zu bleiben. Und diese Angst ist bei mir größer als jede andere. Wie du richtig sagst, man hat nur dieses eine Leben und ich möchte es ausschöpfen :)

    Liebe Grüße, Kay.
    http://www.twistheadcats.com

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    1. Liebe Kay,

      diese Angst ist nicht nur bei dir größer als alle anderen. Die Angst vor etwas Neuem und Unbekannten, die Angst vor Veränderung hält uns oft im Leben zurück. Doch wie du bin ich der Meinung, es ist wichtig diese Angst von Zeit zu Zeit zu überwinden, um im Leben weiterzukommen und nicht auf der Stelle zu treten. Hab einen guten Start in die Woche.

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