Im Mai geht’s rund!

Traditionen gibt es im Burgenland so einige, aber die meisten davon finden im Mai statt. In der Nacht auf den 1. Mai kann so einiges passieren in Burgenlands Dörfern. Traktoren rasseln durch die Ortschaften, junge Burschen stehen in Gruppen vor einem Haus und beratschlagen flüsternd, zwei Straßen weiter werden gerade Tafel und Bänder am Baum montiert, auf den Hauptstraßen findet man überall Stroh und was hat es mit den weißen Linien auf sich? Aber nun eins nach dem anderen.

In der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai werden ganz traditionell im Burgenland als Zeichen der Lebensfreude und Fruchtbarkeit die Maibäume aufgestellt und die Maikränze gehängt. Die Jahrgangskameraden bereiten die Bäume und Kränze vor und errichten diese dann. Der Hausherr, bei dem ein Maibaum steht oder ein Maikranz hängt, lädt die Jahrgänge zu Speis und Trank ein – das gelungene Werk wird gefeiert. Aber es ist nur kurz Ruhe, denn man muss auf der Hut sein. Passt man nicht auf, wird einem der Maibaum oder Maikranz gestohlen, deshalb müssen die Bäume und Kränze ganze Nacht bewacht werden.

Und schon sind die Burschen auch schon zum nächsten Schabernack unterwegs. Denn der Brauch des „Stroh strahn“ lässt die Eltern der jungen Mädchen besonders aufmerksam sein. Mit etwas Pech erhält die Tochter eine Ladung Stroh von ihrem Freund und dessen Kameraden und kann am nächsten Morgen mit „Vergnügen“ aus dem Garten und Vorgarten das Stroh mühevoll wegräumen. Und es gibt auch den „Mai-Strich“. Eine meist dünne Linie, welche die Haustüren eines verliebten jugendlichen Paars verbindet oder umgangsprachlich die „zaum sain“.

Auch der Almauftrieb oder Viehaustrieb genannt in Apetlon ist Teil der burgenländischen Kultur am 1. Mai. Letzteres passt mit Sicherheit besser in unsere Region, denn so sehr man sich auch bemüht, aber eine Alm sieht man hier keine. Dennoch immer ein Highlight und der erste Sonnenbrand ist auch garantiert – zumindest für mich.

Früher wurden die Kühe nach einem langen Winter im Stall aufgeschmückt und von den Bauern im Ort zur Hutweide getrieben. Dort verbrachten sie dann gemeinsam mit ihren Kälbern den Sommer. Der Unterschied zu heute ist, dass die Kühe sich am 1. Mai schon im Fleckviehstall befinden und nur noch auf die Weide getrieben werden. Bis zum 31. Oktober dürfen sie auf der Weide bleiben und werden dabei von den Viehhirten und deren Hirtenhunden begleitet.

 

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Dieses Jahr waren wir seit langem wieder mit den Pferden unterwegs zum Almauftrieb. Ein Spektakel, das immer wieder aufs Neue nicht nur für uns, sondern auch für unsere Pferde interessant ist.

 

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3 Kommentare zu „Im Mai geht’s rund!

  1. Jetzt wollt ich dich schon fragen, woher du um Burgenland bist, dass ihr einen Almauftrieb habt :D :D :D als gebürtige Salzburgerin die jetzt im Burgenland wohnt hätte ich mich jetzt schon gefreut :) Eure Traditionen sind wirklich lustig :) Alles Liebe, Rosi

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    1. Liebe Rosi,
      der Name Almauftrieb ist für unsere Gegend eher unpassend ;) Aber bei uns ist’s immer lustig, auch wenn wir manchmal nicht wissen warum ;) Aber bei euch gibt es auch so einige interessante Bräuche, hab heute morgen erst mit einem Salzburger über die Bräuche am 1. Mai in Salzburg gesprochen. Wo im Burgenland bist du denn sesshaft geworden?

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      1. Jaaa ein paar witzige Bräuche haben wir schon auch :D ich wohne mittlerweile im Mittelburgenland, Bezirk Oberpullendorf. Das witzigste an den 1. Maibräuchen finde ich das „Maibaum stellen“ – jede Freundin bekommt einen Baum – voll genial :) Liebe Grüße und schon mal einen schönen Start ins Wochenende wünsche ich dir! Alles Liebe, Rosi

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